Haaranalyse
03.8.2009
Der Nachweis illegaler Drogen und anderer Substanzen durch eine Haaranalyse gewinnt zunehmend an Bedeutung. Haare geben auch Aufschluss über geschichtliche Ereignisse. So konnte am Institut für Radiochemie der Technischen Universität München vor kurzem im Haar von Napoleon Bonaparte (1769-1821) Arsen nachgewiesen werden. Spekulationen, Napoleon sei mit Arsen vergiftet worden, wiesen die Forscher jedoch zurück.
Drogen und andere Substanzen werden üblicherweise im Blut und im Urin nachgewiesen. Im Urin kann beispielsweise Kokain sechs bis zwölf Stunden nach dem Gebrauch gefunden werden. Im Blut beträgt die Nachweisbarkeitsdauer etwa sechs Stunden. Mit der Haaranalyse, können Stoffe über einen wesentlich längeren Zeitraum nachgewiesen werden.
Kopfhaare wachsen durchschnittlich einen Zentimeter pro Monat. Sie werden in den Haarbälgen (Follikeln) gebildet und bestehen aus Eiweissen (65 bis 95 Prozent), Fetten (1 bis 9 Prozent), dem Farbstoff Melanin (0,1 bis 5 Prozent) und kleinen Mengen von Spurenelementen, Zucker und Wasser. Auch andere im Blut zirkulierende Substanzen werden in das Haargewebe eingebaut und wachsen langsam nach aussen. Zur Analyse eignen sich neben Kopf- auch Achsel-, Brust- oder Schamhaare. Allerdings verläuft hier der Wachstumszyklus anders.
Einmaliger Konsum reicht für Nachweis
Meist kann schon ein einmaliger Konsum nachgewiesen werden. Bei chronischem Missbrauch fällt der Test in der Regel positiv aus. Es stehen Tests für Opiate, Kokain, Cannabis, Amphetamine, Ecstasy, für Nikotin und auch für Medikamente zur Verfügung.
Der Nachweis von Kokain im Haar wurde 1981 zum ersten Mal beschrieben. Die Tests werden mit hoch empfindlichen diagnostischen Methoden vorgenommen. Man kann damit lediglich nachweisen, dass bestimmte Substanzen eingenommen wurden. Über die Dosis lässt sich keine Aussage treffen, auch nicht über den genauen Zeitpunkt der Einnahme.
Um Verunreinigungen zu vermeiden wird das abgeschnittene Haarbüschel vor der Untersuchung gewaschen. Denn auch eine Drogenaufnahme über die Luft ist möglich. Es gibt jedoch keine Möglichkeit, durch intensives Waschen die Haare drogenfrei zu bekommen.
Zunächst wird die Eiweissstruktur des Haares mit Enzymen zerstört. Nach einem chemischen Reinigungsschritt erfolgt dann der eigentliche Nachweis. Mittels Gaschromatographie, einem Verfahren, bei dem bestimmte Ausschläge bestimmten Stoffen zugeordnet werden können, erfolgt eine exakte Bestimmung der Inhaltsstoffe.
Haaranalyse zum Nachweis von Drogen weit verbreitet
In den letzten Jahren hat sich die Haaranalyse in der Gerichtsmedizin fest etabliert, denn sie ist die einzige Möglichkeit, auch eine Aussage über weiter zurückliegenden Drogenkonsum zu machen. Die Haaranalyse ist in vielen Ländern vor Gericht als Beweismittel zugelassen. Dabei müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden, die eine Drogenbestimmung im Haar beeinflussen können. Dazu zählen besonders Struktur und Pigmentierung der Haare und bestimmte Behandlungen, die möglicherweise den Drogeneinbau in das Haar beeinflussen können.
In einer Studie konnten schwedische Wissenschaftler nachweisen, dass bereits eine einzige Dosis des Schmerz- und Husenmittels Codein bis zu vier Wochen nach der Einnahme im Haar nachweisbar war. Dies traf für hellblonde und auch für dunkelhaarige Personen zu. Dabei war die Codein-Konzentration im Haar stark vom Melaningehalt abhängig. Auch in anderen Studien wurde belegt, dass braunes und schwarzes Haar höhere Konzentrationen an Drogen aufnimmt als rotes oder nichtpigmentiertes weisses Haar.
Die Wissenschaftler vertreten deshalb die Meinung, dass zusätzlich der Melaningehalts der Haare gemessen werden sollte. Ermittler dürfen in Deutschland Haarproben nur dann als Beweismittel nehmen, wenn die Betroffenen damit einverstanden sind oder die Untersuchung von einem Richter angeordnet wurde. Die Probe muss aus einem mindestens bleistift- bis kleinfingerdicken Strang bestehen. Die zusammengebundenen Haare sollen möglichst direkt an der Kopfhaut abgeschnitten werden.
Verschiedene Prozeduren können die Drogen-Konzentration im Haar reduzieren, allerdings nicht bis unter die Nachweisbarkeitsgrenze. Dazu gehören Wasserstoffblondierungen, Färben und der Einfluss von Sonne und Meerwasser. Diese Faktoren lösen die Substanzen in einem gewissen Umfang heraus.
Probeentnahme für die Haaranalyse
Für eine Untersuchung sollten Haare von verschiedenen Stellen nahe an der Kopfhaut entnommen werden (Haarwurzel nicht ausreissen). Die Haare sollten kurz über der Kopfhaut abgeschnitten werden; dabei ist eine Menge Haare, die zirka zwei Esslöffel (6 Gramm) entspricht, völlig ausreichend. Nur die ersten 4 Zentimeter (von der Kopfhaut gesehen) werden verwendet.
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Wir wissen gar nicht, wie viele Geheimnisse unseres Haar hütet! Und vielleicht könnten wir nie das erfahren. Die Mutter Natur will vielleicht uns immer überraschen und von uns immer etwas versteckt bleiben!
Hallo
ich habe die Frage ob es die Möglichkeit gäbe den Drogentest mit der Haarprobe
zu manipulieren ist?
hallo gibt es eine möglichkeit der Haarprobe bei Kokainkosum zu manipulieren.
Besten Dank Röbi
Und wo kann man eine solche Haaranalyse als Normalmensch machen lassen?