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Kinderlähmung

Kinderlähmung (Poliomyelitis) ist eine Kinderkrankheit, die bei ungünstigem Verlauf zu bleibenden Lähmungen und zum Tod führen kann. In Westeuropa und Amerika ist die Krankheit eliminiert. Die meisten Fälle findet man heute noch in Ländern mit geringer Durchimpfung und schlechten Hygienebedingungen.

Kinderlähmung Erreger und Übertragung

Kinderlaehmung ErregerKinderlähmung wird durch Polioviren ausgelöst. Es kommen drei verschiedene Typen vor, die alle die Nerven angreifen und zu Lähmungen führen können. Die Infektion wird meist von Personen weitergegeben, die selbst zwar Träger sind, aber keine Symptome haben. Die Ansteckung erfolgt durch direkten Körperkontakt, meist über Tröpfchen- oder Schmierinfektion.

Im Bild: Der Erreger (Polio Virus)

Kinderlähmung Symptome und Verlauf

Meistens verläuft eine Infektion mit Poliomyelitisviren symptomfrei. Bei einigen Kindern kommt es zu erkältungsähnlichen Symptomen mit Kopf- und Halsschmerzen und leichtem Fieber. Nach ein bis drei Tagen ist das Ganze bereits überstanden.

In etwa 1% nimmt die Krankheit einen ungünstigen Verlauf. Nach einem symptomfreien Intervall dringt der Erreger ins Zentrale Nervensystem (ZNS) ein. Es kommt zu einer zweiten Krankheitsphase, die gekennzeichnet ist durch Beeinträchtigungen der motorischen Systeme. Muskellähmungen und Symptome einer Hirnhautentzündung wie Nackensteifigkeit oder sehr starke Kopfschmerzen sind Warnzeichen. Es kann zu bleibenden Lähmungen kommen. Bei Verlaufsformen mit Lähmungen beträgt die Todesrate zwischen 2 und 20%. Von den anfangs vollständig Gelähmten bleiben bei etwa der Hälfte unterschiedlich starke Restlähmungen zurück.

Bei schweren Verläufen von Kinderlähmung können zusätzliche bakterielle Infektionen der Luftwege auftreten, die zur einer Atemlähmung und zu Tod führen können. In einigen Fällen kommt es zu einer Herzmuskelentzündung, die eine spätere Herzschwäche nach sich ziehen kann.

Kinderlähmung Diagnose und Behandlung

In der ersten Krankheitsphase sind die Symptome unspezifisch, es kommen auch andere Erreger als Ursache in Frage. Später können die Viren in Blut, Liquor, Stuhl oder Rachenspühlwasser nachgewiesen werden.

Polioviren können nicht direkt bekämpft werden. Es werden nur die auftretenden Symptome behandelt. Schon bei Verdacht auf Kinderlähmung ist strenge Bettruhe angesagt. Bei Komplikationen muss das Kind im Spital gepflegt werden. Bei auftretenden Lähmungen muss der Patient intensivmedizinisch betreut und beatmet werden. Zur längerfristigen Rehabilitation hilft Krankengymnastik.

Am sinnvollsten ist es jedoch vorzusorgen. Ab dem dritten Lebensmonat wird gegen Kinderlähmung routinemässig geimpft. Im 10. Lebensjahr ist eine Auffrischung nötig.

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