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menstruationAls Menstruationszyklus (auch Regel oder Periode) wird der Zeitraum vom ersten Tag einer Menstruationsblutung bis zum letzten Tag vor der folgenden Regel-Blutung bezeichnet. Diese Zeitspanne beträgt durchschnittlich 28 Tage (21 bis 31). Der erste Tag einer Menstruationsblutung stellt definitionsgemäss den ersten Zyklustag dar.

Zyklusphasen der Menstruation

Die im Rahmen des Zyklus der Periode stattfindenden Veränderungen werden vor allem durch Sexualhormone aus den Eierstöcken (Ovarien) gesteuert. Der Menstruationszyklus wird in Follikel- und Lutealphase (Corpus luteumphase, Gelbkörperphase) unterteilt.

Die erste Zyklushälfte wird als Follikelphase bezeichnet und dauert vom 1. Tag des Zyklus bis zirka zum 14. Tag. Um den 14. Tag herum findet die Ovulation, der Eisprung, statt. Nach der Ovulation beginnt die zweite Zyklusphase, die sogenannte Lutealphase, die 14 Tage dauert. Aufgrund dieser Einteilung spricht man von einem zweiphasigen (biphasischen) Zyklus.

Die Sexualhormone der Eierstöcke sind einer komplizierten Steuerung durch andere Hormone unterworfen. Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) und Hypothalamus (Teil des Zwischenhirns) sind daran wesentlich beteiligt. Das sogenannte Hypothalamus-Hypophysen-System stellt mit seinen Hormonen die übergeordnete Schaltzentrale für die Eierstöcke bei der Frau dar.

Im Hypothalamus produzieren Nervenzellen so genannte Releasing-Hormone, welche die Freisetzung von Hormonen aus der Hirnanhangsdrüse bewirken. Aus der Hypophyse werden dann die Hormone FSH (Follikelstimulierendes Hormon) und LH (Luteinisierendes/gelbkörperstimulierendes Hormon) freigesetzt. Diese Hormone werden auch als Gonadotropine bezeichnet.

Sexualhormone

Sexualhormone sind für die Steuerung der Fortpflanzung zuständig und bewirken die Ausprägung von weiblichen und männlichen Geschlechtsorganen und Geschlechtsmerkmalen. Sexualhormone werden an verschiedenen Orten im menschlichen Körper gebildet.

In den Keimdrüsen, den sogenannten Gonaden (Eierstöcke der Frau, Hoden des Mannes) werden Östrogene, Gestagene und Androgene produziert. Als weibliche Sexualhormone bezeichnet man Östrogene und Gestagene. Die männlichen Sexualhormone werden Androgene genannt. Beide Geschlechter produzieren sowohl männliche als auch weibliche Sexualhormone, die idealerweise in einem für das jeweilige Geschlecht typischen Gleichgewicht stehen. Falls diese Balance durch ein Überwiegend von Androgenen gestört ist, kann es beispielsweise zur Vermännlichung bei der Frau kommen.

Die wichtigsten körpereigenen Östrogene sind: Östradiol, Östron, Östriol; das wirksamste körpereigene Gestagen ist das Progesteron (Gelbkörperhormon). Natürliche Androgene sind: Testosteron, Androstendion und Androsteron. Im Produktionsprozess stellen die Androgene eine Vorstufe der Östrogene dar.

Follikelphase

In den weiblichen Keimdrüsen, den Ovarien, liegen die Eibläschen, die Follikel. Die Follikel enthalten die Eizelle (Oozyte) sowie sogenannte Epithelzellen und sind von einem dünnen Häutchen umgeben. Jeden Monat reifen in einem der zwei Ovarien Follikel heran. Diese Reifung hat den Eisprung (Ovulation) zum Ziel: Die Bereitstellung einer befruchtungsfähigen Eizelle.

Während bei Männern nach der Pubertät praktisch bis ans Lebensende Spermien gebildet werden können, ist die Bildung von Eizellen bereits zum Zeitpunkt der Geburt eines Mädchens beendet. Die Eizellen werden schon im Mutterleib angelegt und treten dann in ein Ruhestadium ein. Die weitere Entwicklung der Eizellen wird dann erst mit der Menarche, nämlich kurz bevor es zur Ovulation kommt, fortgesetzt. Dies bedeutet, dass bereits zu diesem Zeitpunkt ein Alterungsprozess beginnt und die Zahl der Eizellen stetig abnimmt: von 500′000 zum Zeitpunkt der Geburt bis auf zirka 300′000 zum Zeitpunkt der Menarche. Von den ursprünglich angelegten 6 Millionen Eizellen erreichen im Laufe des Lebens einer Frau nur etwa 500 ihr Ziel, die Sprungreife, wenn man davon ausgeht, dass zwischen dem 15. und 50. Lebensjahr 12 bis 13 Ovulationen pro Jahr stattfinden.

Die sogenannten Primordialfollikel bilden gewissermassen den Vorrat an Follikeln. Jeden Monat beginnen etwa 20 Follikel zu reifen. Im Laufe der Reifung kristallisiert sich dann ein sogenannter dominanter Follikel heraus, der eine befruchtungsfähige Eizelle enthält.

Bei der Follikelreifung werden verschiedene Stadien beobachtet: Im Primärfollikel ist die Eizelle von einer besonderen Zellart, den Granulosazellen umgeben. Der Primärfollikel ist etwa 50 Mikrometer gross.

Anschliessend entsteht der Sekundärfollikel, der mit zirka 200 Mikrometern bereits wesentlich grösser ist. Die Eizelle vergrössert sich und die Granulosazellen entwickeln mehrere Zellschichten. An der Aussenseite entwickelt sich eine Schicht mit sogenannten Thekazellen. Theka- und Granulosazellen produzieren Sexualhormone. Die Granulosazellen haben darüber hinaus die Aufgabe, die Follikelflüssigkeit zu produzieren, die sowohl Sexualhormone als auch Nährstoffe für die Eizelle enthält.

Nun erfolgt die Bildung des Tertiärfollikels: Durch die Wirkung der Gonadotropine nehmen die Granulosazellen im Sekundärfollikel zu und es bildet sich ein Hohlraum aus, der mit einer Flüssigkeit gefüllt ist und immer grösser wird. Die Eizelle wandert von der Mitte des Follikels an den Rand des Hohlraums. Dort haftet die von Granulosazellen umgebene Eizelle, die jetzt ihre endgültige Grösse erreicht hat, an der Follikelwand. Dieser Tertiärfollikel hat eine Grösse von bis zu 0,5 cm.

Die Tertiärfollikel wachsen während der Follikelphase heran, aber nur einer gelangt bis zur Sprungreife. Die Auswahl dieses dominanten Follikels erfolgt am 6. oder 7. Zyklustag. Gleichzeitig werden vermehrt Östrogene gebildet. Der Östradiolspiegel muss nämlich über 36 Stunden über einem bestimmten Wert liegen (200pg/ml), damit genügend LH (luteinisierendes Hormon) für die Auslösung der Ovulation vom hyopthalamo-hypophysären-System bereitgestellt werden kann.

Der sprungreife Follikel wird als Graaf’scher Follikel bezeichnet. Die Follikelflüssigkeit hat sich weiter vermehrt, die Eizelle hat sich von der Follikelwand gelöst und schwimmt nun in der Flüssigkeit. Zu diesem Zeitpunkt kann das Volumen der Follikelflüssigkeit bis zu 6,5 ml betragen und der Follikel ist mit blossem Auge als Vorwölbung auf dem Ovar (Eierstock) zu erkennen. Der Zeitpunkt der Ovulation (Eisprung) ist gekommen.

Ovulation, Eisprung

Als Ovulation bezeichnet man die Vorgänge, die zur Freisetzung der Eizelle aus dem Follikel und zur anschliessenden Umwandlung des Follikels in den Gelbkörper (Corpus luteum) führen. Dieser Vorgang ist komplex und wird von Gonadotropinen und Sexualhormonen gesteuert. Durch einen massiven Anstieg des Östradiols, das v.a. im sprungreifen Follikel selbst gebildet wird, kommt es zum Anstieg des LH (Luteinisierendes Hormon), welcher 16 bis 20 Stunden vor der Ovulation seinen Gipfel erreicht. Die Steuerung der Ovulation erfolgt zwar durch Gonadotropine, der sprungreife Follikel selbst aber gibt das entsprechende Signal.

Im Laufe der Vorbereitungen für den Eisprung wird die Wand des Follikels an der Stelle, an der die Eizelle entlassen werden soll, immer dünner. Zirka 30 Minuten vor der Ausstossung der Eizelle kann an dieser Stelle eine kleine Regelblutung auftreten. Schliesslich reisst die Follikelwand auf, die Eizelle wird in die Bauchhöhle freigesetzt und dann vom Ende des Eileiters, das Fimbrien (Zotten) trägt, aufgenommen.

Man nimmt an, dass die bei Freilassung der Eizelle ebenfalls freiwerdende Follikelflüssigkeit die Eileiter “anlockt”, so dass sich die Zotten (Fimbrien) am Ende des Eileiters gezielt über die Stelle legen, wo die Eizelle austritt, und diese aufnehmen.

Die Eizelle ist nun für etwa 12 Stunden befruchtungsfähig. Manche Frauen verspüren beim Eisprung Schmerzen, die wegen ihres Auftretens in der Zyklusmitte als Mittelschmerz bezeichnet werden. Diese Schmerzen entstehen vermutlich durch die Vorwölbung des Ovars und das Einreissen der Oberfläche über dem sprungreifen Follikel bei der Ovulation.

Lutealphase

Nach der Freisetzung der Eizelle wandeln sich die Granulosazellen des Ovars in sogenannte Lutealzellen (Gelbkörperzellen) um. Der Gelbkörper, das Corpus luteum, entsteht. Das Corpus luteum verdankt seinen Namen diesen Zellen, die sehr viel Carotin enthalten und daher eine gelbe Farbe aufweisen. Im Gelbkörper wird nun immer mehr Progesteron produziert.

Wenn keine Befruchtung der Eizelle stattfindet, bildet sich das Corpus luteum 10 bis 12 Tage nach dem Eisprung wieder zurück. Mit dieser Rückbildung geht ein Rückgang der Progesteronproduktion einher, was dann zur Abstossung eines Teils der Gebärmutterschleimhaut und somit zur Menstruationsblutung führt.

Kommt es in einem Zyklus zur Befruchtung, wird das Corpus luteum aufrechterhalten durch das Hormon hCG, das vom sich entwickelnden Keim gebildet wird. Dann wird das Corpus luteum als Corpus luteum graviditatis (Schwangerschaftsgelbkörper) bezeichnet.

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Ein Kommentar zu “Menstruation – Menstruationszyklus”

  1. [...] dem physiologischen hormonellen Zyklus der Frau. Dann folgt eine Pause von sieben Tagen, in der die Menstruation einsetzt. Die Östrogene sind meist niedrig [...]

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