Mückenstiche
05.8.2008
Von den weltweit rund 3500 Mückenarten gibt es in Mitteleuropa ungefähr 30. Nur drei davon sind Stechmücken, wobei nur die Weibchen auch wirklich stechen. Beispielsweise die abends am Seeufer herumtanzenden Mückenschwärme sind völlig harmlos. Sie sind eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel. Zusammen mit Bienen, Wespen, Spinnen, Ameisen, Bremsen, Zecken und Flöhen gehört die Stechmücke zu den wichtigsten Insekten, die stechen oder beissen. Die Tiere ernähren und verteidigen sich auf diese Weise.
Schutz vor Stichen
Kleidung ist der beste Schutz vor Mückenstichen und Insektenstichen im allgemeinen. In Mückengebieten empfiehlt es sich, lange Hosen zu tragen. Gegen Sandflöhe schützen Schuhe und Strümpfe. Beim Durchqueren von Wiesen sollten ebenfalls Schuhe getragen werden, falls man auf eine Biene oder Wespe tritt. Grosse Vorsicht gilt – insbesondere bei Kindern – beim Essen und Trinken im Freien, da süsse Speisen und Getränken Insekten anziehen. In Apotheken und Drogerien sind zahlreiche Präparate zum Eincremen oder Einsprayen erhältlich, welche die unerwünschten Plagegeister ebenfalls fernhalten. Zu Hause gibt es die Möglichkeit, Mückengitter an den Fenstern anzubringen sowie Verdunster oder Sprays zu verwenden. Insektensprays sollten aber niemals direkt gegen Personen und Lebensmittel gesprüht und nicht eingeatmet werden.
Gefahr nur für Kinder und Allergiker
Bei allergischen Reaktionen müssen Sie einen Arzt aufsuchen. Bei Stichen im Mund-Rachen-Raum und an den Lippen ist es ebenfalls ratsam, sofort zum Arzt zu gehen. Dasselbe gilt für infizierte Stiche, die nicht abheilen, sowie Bienen- und Wespenstichen bei kleinen Kindern. Harmlose Stiche werden am besten mit einer Salbe behandelt, die den Juckreiz stillt.
Entfernen Sie einen eventuellen Stachel mit Hilfe einer Pinzette. Drücken Sie den Stachel nicht aus. Sie erreichen damit nur eine Ausbreitung des Giftes. Reinigen Sie den Einstich mit Wasser und Seife, besser mit Desinfektionsmittel, um Infektionen zu vermeiden, und kühlen Sie anschliessend die Wunde, um den Schmerz zu lindern. Halten Sie das betroffene Körperteil ruhig, damit reduzieren Sie Schwellungen. Lokale Antihistaminika in Form von Gel oder Creme wirken mildernd. Wenn Sie auf Insektenstiche allergisch reagieren, sollten Sie vor einem Urlaub mit Ihrem Arzt sprechen. Er wird Ihnen Medikamente für den Notfall verschreiben.
Die schmerzhaft juckenden Rötungen und Schwellungen sind eine Reaktion des Immunsystems. Der Körper wehrt sich gegen Proteine, die im Speichel des Insekts enthalten sind. Recht schnell, oft innerhalb von Sekunden, entwickelt sich um die Stichstelle ein rötliches Mal. Dies ist oft wenig schmerzhaft und verschwindet schnell. Eine zweite verzögerte Reaktion tritt zehn bis 24 Stunden nach dem Stich auf, bei der sich eine juckende und gerötete Schwellung um die attackierte Stelle bildet. Diese Reaktion ist meist schmerzhaft und geht mit Juckreiz einher. Nur für Allergiker sind Bienen- und Wespenstiche gefährlich.
Zudem können gewisse Insekten Infektionskrankheiten übertragen. Zecken übertragen in manchen Regionen Frühsommer-Hirnhautentzündung (FSME) oder Borreliose (Lyme-Disease). In Deutschland gelten Bayern, Baden-Württemberg, die neuen Bundesländer, sowie Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland als FSME-Regionen. In Norddeutschland ist die Krankheit nicht verbreitet. Borreliose hingegen kommt in ganz Deutschland vor.
Allergische Reaktionen
Heftige Schwellungen rund um die Einstichstelle treten bei Allergikern Sekunden oder Minuten nach dem Stich auf. Sie sind oft begleitet von Atemnot, Schwellungen im Gesicht und am Hals und starker allgemeiner Hautrötung. Im Extremfall kann es zum so genannten anaphylaktischen Schock, einer akut auftretenden, lebensbedrohlichen Herz-Kreislauf-Störung kommen. Erste Anzeichen dafür sind: Brennen und Jucken an Handflächen, Fusssohlen, im Rachenraum und an der Zunge, heftige Atembeschwerden, Schwächegefühl und Hitzewallungen. Wenn Sie so eine Reaktion durchmachen, müssen Sie sofort ärztlich behandelt werden und in Zukunft entsprechende Medikamente für den Notfall bei sich tragen. Diese erhalten Sie von Ihrem Arzt zusammen mit Verhaltensmassregeln. Diese Medikamente sollten Sie besonders dann griffbereit haben, wenn Sie einen Ausflug ins Freie planen. Selten tritt zwölf bis achtzehn Stunden nach einer erfolgreichen Sofortbehandlung durch den Arzt noch ein zweiter Reaktionsschub auf. Er kann ebenso massiv ausfallen wie der erste. Vorsichtshalber sollten Sie daher nach der Erstbehandlung die Beobachtungsphase im Krankenhaus in Ruhe abwarten.
Tragen Sie als Allergiker stets etwas bei sich, was Sie als solcher kennzeichnet: einen Ausweis oder ein spezielles Armband. Erkundigen Sie sich diesbezüglich bei Ihrem Arzt. Erkennt in einem Notfall der Arzt sofort, dass Sie Allergiker sind, rettet das unter Umständen Ihr Leben. Weisen Sie auch Ihre Familienmitglieder und Freunde in den Gebrauch der von Ihnen mitgeführten Medikamente ein. Mit verschiedenen Tests lässt sich heute eindeutig nachprüfen, ob eine Insektengiftallergie vorliegt. Sie entwickelt sich immer erst nach einem Stich und wird frühestens beim nächsten Stechen erkennbar.
Auch für Personen, die nicht allergisch sind, können Bienen- und Wespenstiche problematisch sein: Stiche in die Rachen- und Kehlkopfschleimhaut können zu Schwellungen der Kehlkopfspalte und somit zu akuter Atemnot führen. Kleinkinder und gesundheitlich geschwächte Personen sind ebenfalls sehr gefährdet, wenn sie von Bienen oder Wespen in die Lymph- oder Blutbahnen des Kopfes gestochen werden.
Mücken lieben “süsses Blut” Für Stechmücken haben manche Menschen tatsächlich “süsseres Blut” als andere: Mit ihrem hochsensiblen Geruchssinn erkunden die Sauger schon vor dem Stich, welches Blut ihnen am meisten bieten kann. Grund für die Anziehungskraft mancher Menschen ist die chemische Zusammensetzung ihres Körpergeruchs. Weibliche Mücken erkennen schon aus weiter Entfernung die winzigen Mengen an Geruchsstoffen, die vom menschlichen Körper in die Luft übergehen. Dabei halten sie Ausschau nach Substanzen, die ihr Organismus nicht selbst produzieren kann, die sie aber für ihre Ei-Produktion brauchen (Vitamin B oder Cholesterin). Je mehr der bevorzugten Substanzen ein Mensch im Blut hat, desto wahrscheinlicher wird er von Mücken gestochen werden. Trotz der attraktiven Wirkung von Körperschweiss sollte man aber nicht zu viel Deodorants und Hautpflegemittel verwenden. Denn mancher Deo-Geruch kann auf Insekten noch anziehender Wirken als Schweiss.
Kurios: Zur Linderung der Schmerzen, die ein Mückenstich auslöst, gibt es mittlerweile sogar elektrische Insektenstichheiler.
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