Sodbrennen
04.8.2008
Magenbeschwerden sind oftmals der Grund für einen Apotheken- oder Drogeriebesuch. Weltweit zählen Befindlichkeitsstörungen des Magen-Darm-Trakts zu den häufigsten Beweggründen, die Menschen zur Selbstmedikation in die Apotheke oder Drogerie führen. In den Industrieländern leiden rund ein Drittel der Bevölkerung an Verdauungsproblemen. Hier haben viele mit saurem Aufstossen, Magenübersäuerung sowie Blähungen und Völlegefühl zu kämpfen. Insbesondere während der vergangenen Festtage, wo an vielen Orten Fettes, Schweres und Süsses serviert wurde, hat so manch einer ein unangenehmes saures Gefühl im Rachen gespürt.
Magensäure fliesst in die falsche Richtung
Bei den meisten sind die unangenehmen Folgen einer allzu üppigen Mahlzeit nach ein paar Stunden wieder vorbei. Bei den „echten“ Sodbrand-Patienten spielt der Muskel am Mageneingang ein zentrale Rolle. Schliesst der Muskel zwischen Speiseröhre (Ösophagus) und Mageneingang nicht mehr richtig, können Magensäure und saurer Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfliessen (gastro-ösophagealer Reflux) diesen Link schicke ich dir noch! und die Schleimhaut verätzen. Das Brennen und Kratzen in der Speiseröhre wird als Sodbrennen (wissenschaftlich: Refluxösophagitis) bezeichnet. Die Schmerzen können in den Nacken, den Rachen und sogar das Gesicht ausstrahlen.
Wer unter Sodbrennen leidet, ist mit einer Verminderung seiner Lebensqualität konfrontiert. Mitunter kann häufiges Sodbrennen zu einer Schleimhautentzündung in der Speiseröhre führen. Eine Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis) kann in schweren Fällen zu inneren Wunden führen, was in seltenen Fällen Blutungen und chronischen Blutmangel auslöst. In wenigen Fällen kann eine Ösophagitis durch die Bildung von Narbengewebe kompliziert werden und zu einer Verengung der Speiseröhre führen. Eine Speiseröhrenverengung zeigt sich durch Schluckbeschwerden oder Schluckunterbrechung. Solche Beschwerden sind ernsthaft und sollten so schnell wie möglich von einem Arzt untersucht und behandelt werden. Ebenfalls sollten Sie einen Arzt aufsuchen, wenn Sie häufig von Sodbrennen geplagt werden. Er kann entscheiden, ob eine gründliche Untersuchung (zum Bespiel mit einer Magenspiegelung) oder eine Behandlung mit Medikamenten angezeigt ist. Hierbei werden Präparate eingesetzt, welche die Produktion von Magensaft hemmen (Säureblocker) oder ihn neutralisieren (Antazida).
Viele Gründe für Sodbrennen
In vielen Fällen gibt es keine bekannten Ursachen für die Neigung zu Sodbrennen, jedoch kann einer der folgenden Gründe oft ausschlaggebend sein.
Je mehr Nahrung sich im Magen befindet, desto höher ist das Risiko für den Rückfluss der Magensäure (Magensäure-Reflux). Ein Risiko besteht verstärkt nach üppigen und fettigen Mahlzeiten, die lange im Magen verweilen.
Bei Übergewicht drückt das Fett in der Bauchhöhle den Magen zusammen, so dass ein erhöhter Druck im Magen entsteht. Der Mageninhalt kann deshalb leicht die Speiseröhre hinaufgepresst werden. Zudem können auch das Essen von Schokolade und der Konsum von Kaffee, Alkohol und Tabak den Reflux fördern. Das gleiche gilt auch für Verstopfung.
Bei Menschen, die bereits an Sodbrennen leiden, wird der Reflux noch verstärkt, wenn sie sich nach dem Essen hinlegen. Dem kann abgeholfen werden, indem man ein Extrakissen benutzt. Eine Schwangerschaft begünstigt ebenfalls den Reflux. Die vergrösserte Gebärmutter erhöht den Druck im Bauchraum. Der Mageninhalt kann dann leicht die Speiseröhre hinaufgepresst werden. Darüber hinaus führt der veränderte Hormonhaushalt zu einer generellen Entspannung des Schliessmuskels der Speiseröhre.
Bei Managern gilt Sodbrennen als eine Art Berufskrankheit. Stress und ständige Anspannung schlagen auf den Magen. Hier helfen am besten regelmässige Entspannungsübungen durch Meditation und Psychotraining. Ebenfalls geeignet sind Kampfsportarten, bei denen Ärger ausgelebt wird und Stresshormone abgebaut werden. Zudem fördert Sport die Muskelkoordination – auch in der Speiseröhre.
Tipps
- Essen Sie fett- und salzarm. Essen Sie tagsüber öfter, aber weniger und spät abends am besten gar nichts mehr.
- Essen Sie mehr Milchprodukte, dafür weniger Fleisch und scharfe Gewürze.
- Geniessen Sie Alkohol und Tabak mit Mass und nie auf leeren Magen.
- Trinken Sie statt Kaffee öfter den besser verträglichen Tee. Bspw. grünen Tee.
- Sitzen Sie bei Tisch aufrecht, kauen Sie ausgiebig jeden Bissen.
- Achten Sie auf bequeme Kleidung und auf Ihr Körpergewicht.
- Essen Sie faserreiche Kost, Obst und Gemüse. Wenn Sie ein Gericht schlecht vertragen, verzichten Sie lieber darauf.
- Erhöhen Sie das Kopfende Ihres Bettes. So wird die Speiseröhre weniger durch Aufstossen gereizt.
- “Fressen” Sie Stress, Kummer und Ängste nicht in sich hinein. Bitten Sie um Hilfe, bevor Ihr Magen es tut.
- Sorgen Sie dafür, dass Sie genügend Bewegung haben.
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