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	<title>getWellness.ch &#187; Genetik</title>
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		<title>Essbare Impfstoffe</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Jul 2008 14:26:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
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		<description><![CDATA[Bananen    – am besten zusammen mit anderen pürierten Früchten – wirken nicht    nur als Hausmittel bei Durchfall. Wissenschaftler in den USA forschen seit Jahren    daran, Früchte und Gemüse genetisch so zu verändern, dass sie Impfstoffe gegen    Krankheiten produzieren. Impfstoffe könnten dann zum Beispiel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-122" title="essbarer impfstoff" src="http://www.getwellness.ch/wp-content/uploads/essbarer-impfstoff.jpg" alt="essbarer impfstoff" width="180" height="119" />Bananen    – am besten zusammen mit anderen pürierten Früchten – wirken nicht    nur als Hausmittel bei Durchfall. Wissenschaftler in den USA forschen seit Jahren    daran, Früchte und Gemüse genetisch so zu verändern, dass sie Impfstoffe gegen    Krankheiten produzieren. Impfstoffe könnten dann zum Beispiel durch das Essen    einer Banane aufgenommen werden. Im Vordergrund stehen dabei Durchfallerkrankungen.    Drei Millionen Kinder sterben jährlich an Darmerkrankungen, vor allem in den    Ländern der sogenannten Dritten Welt. Die Forschung zielt denn auch darauf ab,    in besonders armen und abgelegenen Regionen notwendige Impfstoffe für die Menschen    zugänglich zu machen.<br />
<span id="more-10"></span></p>
<h2>Nutzpflanzen produzieren Impfstoffe vor Ort</h2>
<p>Internationale Impfkampagnen gegen die sechs wichtigsten Infektionskrankheiten    – Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung, Masern, Tetanus und Tuberkulose    – haben in den neunziger Jahren rund 80 Prozent aller Kleinkinder weltweit    erreicht. Trotzdem sterben immer noch Millionen Mensch an Infektionskrankheiten.    Zudem stellen Herde einzelner Krankheiten, die in grossen Teilen der übrigen    Welt ausgerottet sind, ein gewisses Gefahrenpotential dar. Aus diesen Überlegungen    heraus hatte Charles Arntzen in Amerika anfangs neunziger Jahre die Idee, Nutzpflanzen    genetisch so zu verändern, dass sie in ihren essbaren Teilen Impfstoffe produzieren    würden. Arntzen arbeitete zu diesem Zeitpunkt bereits im Auftrag der <a href="http://www.who.int/" target="_blank">WHO</a> an    einer Möglichkeit, eine preisgünstige Schluckimpfung zu entwickeln, die nicht    mehr kühl gelagert werden müsse.<br />
Die Technik, fremde Gene in das Erbgut einer Pflanze einzuschleusen, war bereits    bekannt. Die Vorteile schienen damals enorm: Bauern in den Entwicklungsländern    könnten die Pflanzen lokal und mit den ihnen vertrauten Methoden selber anbauen.    Logistische und ökonomische Probleme – zum Beispiel gekühlter Transport    und Lagerung – würden entfallen. Injektionsnadeln wären überflüssig und    somit wäre auch die Gefahr durch eine Mehrfachverwendung Krankheiten zu übertragen    verschwunden.</p>
<h2>Intensive    Forschung</h2>
<p>Mitte neunziger Jahr war dann eine zentrale Frage geklärt: Pflanzen    dienen nicht nur als <a href="http://www.dir-info.de/gesundheit/hausmittel/" target="_blank">Hausmittel</a> sondern können tatsächlich artfremde Antigene produzieren. Arntzen und sein Team hatten    einen Baustein des Hepatitis-B-Virus in eine Tabakpflanze integriert. Das so    hergestellte Antigen wurde in Mäuse injiziert. Deren Immunsystem reagierte genau    wie bei einer herkömmlichen Impfung. Das Ziel, Impfung durch die Aufnahme von    Nahrung zu erreichen, war damit aber noch nicht erreicht.<br />
In den letzten fünf Jahren wurden hierbei Fortschritte erzielt. Zwei Forscherteams    – Arntzen in New York und ein zweites unter der Leitung von Professor William    Langridge in Kalifornien – haben bei Labortieren nachgewiesen, dass genmanipulierte    Kartoffeln und Tomaten einen Impfschutz gewährleisten können. Klinische Erprobungen    mit menschlichen Testpersonen stehen allerdings erst am Anfang. Erste Studien    haben gezeigt, dass essbare Impfstoffe im Prinzip auch für Menschen machbar    sind. Ob diese den Menschen im Ernstfall auch wirklich ausreichend schützen,    muss allerdings noch erforscht werden.<br />
Im Gegensatz zu Impfstoffen die ins Blut injiziert werden, müssen die Antigene    aus einer genmanipulierten Frucht den Verdauungstrakt passieren. Hier stellt    sich die Frage, ob die Stoffe nicht schon von der Magensäure abgebaut worden    sind, bevor sie im Blut ihre nützliche Wirkung entfalten können. Auf jeden Fall    werden sie im Darm durch die Schleimhäute aufgenommen und machen so die Darmwände    schwerer durchdringbar für Krankheitserreger. Deshalb steht bei der Forschung    der Schutz vor Durchfallerkrankungen an vorderster Stelle.</p>
<h2>Nicht    alle Pflanzen sind gleich</h2>
<p>Jede Pflanzenart stellt die Genetiker vor neue Herausforderungen. Kartoffeln    beispielsweise lassen sich einfach vermehren und lagern. Da sie jedoch normalerweise    gekocht serviert werden, verlieren die Moleküle der Impfstoffe ihre Struktur    und damit auch ihre Wirkung. Sie eignen sich aber – genau wie Tabakpflanzen    – gut für genetische Versuche. Bananen haben den Vorteil, dass sie nicht    gekocht werden müssen und dass sie in Ländern der Dritten Welt gedeihen. Sie    brauchen jedoch einige Jahre bis sie herangewachsen sind. Nach der Ernte verderben    die Früchte relativ schnell. Das gleiche gilt auch für Tomaten. Hier sind Forscher    dabei, preiswerte Trocknungsverfahren zu entwickeln, welche die Früchte länger    haltbar machen sollen. Als weitere mögliche Pflanzen stehen Salat, Karotten,    Erdnüsse, Reis, Mais und Sojabohnen auf der Liste.<br />
Zu diesen Problemen kommt noch dazu, dass die genmanipulierten Pflanzen oft    nur kümmerlich wachsen, da sie viele artfremde Proteine produzieren müssen.    Denkbar sind hier Gene, die sich erst aktivieren, wenn die Pflanze bereits eine    gewisse Grösse erreicht hat.</p>
<h2>Nicht    nur wissenschaftliche Probleme</h2>
<p>Die Entwicklung essbarer Impfstoffe hat freilich nicht nur wissenschaftliche    Probleme und Hürden zu überwinden. Nur wenige Pharmaunternehmen wollen in Produkte    investieren, die primär für Märkte ausserhalb der lukrativen Industrieländer    gedacht sind. Zudem färbt auch der Makel der gentechnisch veränderten Lebensmittel    auf den hier beschriebenen medizinischen Bereich ab. Professor Langridge hofft,    dass essbare Impfstoffe nicht in diese Kontroverse geraten. Er ist in der Ansicht,    dass die Impfstoff-Pflanzen nur auf sehr kleinen Flächen, insbesondere im Vergleich    zu den anderen Nutzpflanzen, angebaut würden. Und als Heilmittel wären sie auch    viel schärferen Kontrollen unterworfen als andere gentechnisch manipulierte    Pflanzen.</p>
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