Vaterschaftstest
22.7.2009
Die Vaterschaft kann sowohl über Parameter wie HLA-Merkmale als auch mit DNA-Untersuchungen festgestellt oder ausgeschlossen werden. HLA ist die Abkürzung für Human Leucocyte Antigen. Diese Antigene können beispielsweise bei einer Transplantation Anlass zu einer Abstossungsreaktion geben. Sie werden deshalb auch Transplantations- oder Histokompatibilitätsantigene genannt. Sie kommen auf den Zellen fast aller menschlichen Gewebe vor und lassen sich besonders gut auf bestimmten weissen Blutkörperchen nachweisen.
Die DNA (aus dem Englischen: Desoxiribonucleid Acid) bildet bei den meisten Lebewesen das genetische Material und ist somit Träger der genetischen Informationen, des Erbguts. «Für den DNA-Test wird zunächst die Erbsubstanz aus Blutzellen des Kindes und des Mannes isoliert. In der DNA werden dann charakteristische Merkmale nachgewiesen,» wie Dr. Wolfgang Martin vom Institut für Blutgruppenserologie und Genetik in Hamburg erläutert.
Wie werden für das Kind und den Mann charakteristische vererbbare Merkmalen nachgewiesen?
Dafür gibt es unter anderem den Vergleich der Längen von Bruchstücken der DNA. Diese Bruchstücke entstehen dadurch, dass die DNA-Moleküle durch ein Enzym an genau definierten Stellen zerschnitten werden. Die Länge der einzelnen Bruchstücke ist bei jedem Menschen durch Vererbung festgelegt.
Zur Auswertung werden die Bruchstücke nach der Grösse aufgetrennt und auf einer Folie als Banden sichtbar gemacht. Das Muster dieser Banden ist für einen Menschen charakteristisch. Bei Vater und Kind, sowie bei Mutter und Kind stimmt jeweils eine Bande überein. Stimmen bei der Probe eines als Vater verdächtigten Mannes und der Probe des Kindes keine Banden überein, kann der Mann nicht der Vater sein.
So funktioniert der Vaterschaftstest
Durch fast kochende Temperaturen drehen sich die doppelsträngigen DNA-Fäden auseinander und zerfallen in ihre Einzelstränge. Dann wird die Probe auf 60 Grad heruntergekühlt. Spezielle DNA-Sonden lagern sich auf dem Molekülstrang an. Hier beginnt der Kopiervorgang. Ein Enzym, die so genannte DNA-Polymerase, setzt sich daneben. Wird die Temperatur erhöht, verknüpft sie einzelne DNA-Bausteine Stück für Stück zu einem zweiten Strang. Aus einem DNA-Stück entstehen also zwei perfekte Kopien. Diese Reaktion wird zig-mal wiederholt. So lange, bis das Erbmaterial für weitere Untersuchungen in ausreichender Menge vorhanden ist. Schon nach kurzer Zeit sind die Ergebnisse am Computer deutlich sichtbar.
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