Wie viele andere Berufe auch, so hat auch der Kammerjäger-Beruf sehr stark verändert. Die größte Veränderung dürfte wohl sein, dass sich die Berufsbezeichnung geändert hat. Es heißt nicht mehr Kammerjäger, sondern Schädlingsbekämpfer. Dieser Beruf dürfte aber wohl der mit älteste Beruf sein, den es gibt. Denn ab der Zeit, wo sich die Lebensräume der Menschen und der Tiere überschnitten haben, begann auch die Geschichte der Bekämpfung von Schädlingen. Schon immer legten sich Menschen Vorräte an. Und Vorräte lockten und locken noch immer Schädlinge an. Dies führte unwillkürlich schon früh zu Konflikten zwischen dem Menschen und den Schädlingen. Als Säugetier war der Mensch dabei schon früh in der Lage Schädlinge zu bekämpfen. Erste Belege dafür, dass man sich aktiv mit der Schädlingsbekämpfung auseinandersetzte und es Kammerjäger gab, war vor gut 4000 Jahren.

Es geht ums Eingemachte

Denn sehr schnell wurde den Menschen klar, dass wenn Schädlinge an die Vorräte gingen, dies nicht nur ärgerlich war, sondern auch zur Vernichtung der Vorräte führte in der Regel. Entweder waren die Vorräte aufgezehrt oder sie waren ungenießbar für den Menschen, wenn sich Schädlingen daran zu schaffen machten. Aus diesem Grund war es der Kammerjäger, der sich als Beruf entwickelte. Es war eine richtige Zunft kann man sagen, wenn auch eine nicht sehr angesehene, die Mittel und Methoden entwickelten, um die Vorräte und die Gesundheit der Menschen zu schützen. Auch Forscher und Gelehrte gaben dazu Empfehlungen ab. Vorreiter in Sachen Schädlingsbekämpfung waren die Chinesen, die Römer und die Ägypter. Kammerjäger gab es in diesen Ländern schon sehr viele. Eine genaue zeitlich Einordnung lässt sich jedoch nicht machen, ab wann es die ersten Kammerjäger gab. Der Begriff Kammerjäger rührt wohl daher, dass es sich bekanntlich – heute wie damals – um Kammern handelt, in denen die meisten Lebensmittel bzw. Vorräte in einem Haushalt aufbewahrt werden. Neben Insekten waren die Vorräte der Chinesen, Ägypter und Römer vor allem auch von Raubvögeln, Wieseln und Katzen sowie Schadnager eine Gefahr. Früher wurde auf die Natürlichkeit von Schädlingsbekämpfungsmitteln verwendet, wie Bilsenkraut, Nieswurz und bittere Mandeln. Später wurden dann chemische Mittel erfunden, wobei schon ca. 2500 v. Chr. die Sumerer Schwefel nutzten, um ihre Vorräte vor Insekten zu schützen.

Kammerjäger im Wandel der Zeit

Mit der landwirtschaftlichen Revolution im 18. Jahrhundert wurden erstmals Pestizide im Kampf gegen Schädlinge eingesetzt. Im Jahr 1920 erlebte so mancher deutsche Kammerjäger eine wahre Revolution. Denn in diesem Jahr wurde das Laboratorium für Vorrats- und Speicherschädlinge wird in Deutschland gegründet und 1921 startete das erste Flugzeug zum Besprühen von Ackerflächen mit Pestiziden in den Himmel und dank Professor Wilhelmi, der die Wichtigkeit des Berufs betonte, erhielt diese Berufsgruppe einen neuen Namen, der weniger anrüchig war – Schädlingsbekämpfer. Die Bezeichnung Kammerjäger hielt sich aber noch über Jahrzehnte. Das war im Jahr 1928. Im Jahr 2003 wurde in Deutschland der Beruf des Schädlingsbekämpfers als Ausbildungsberuf anerkannt. Bei der Schädlingsbekämpfung setzt man heute wieder auf weniger giftige Mittel und weniger Chemie. Man stellt heute sehr viele Lebendfallen auf, vor allem für die Schadnager.


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